DietPi – Raspberry ganz einfach

Einen Raspberry Pi einzurichten ist kein Hexenwerk – Image herunterladen, auf eine SD-Card schreiben, einlegen, starten und konfigurieren. Bei der weiteren Einrichtung – der Installation von Software und Diensten – unterscheidet sich ein Raspberry nicht von anderen Geräten. Hier kommt DietPi ins Spiel – eine auf Debian basierende minimalistische Distribution mit viel Komfort.

Einrichtung

Hier soll nicht die Platzersparnis der Distribution im Vordergrund stehen (das Image ist nur 600 MB groß), sondern die Vereinfachung und der damit verbundene Komfort bei der Einrichtung und dem Betrieb eines individuell konfigurierten Systems.

DietPi bietet hierfür eine Reihe von ausgezeichneten Werkzeugen:

  1. dietpi-software kümmert sich um die Installation von Software. Es stellt dabei eine umfangreiche Liste ausgewählter Software aus zahlreichen Bereichen zur Verfügung. Die ausgewählte Software wird skriptbasiert und ressourcenschonend mit allen Abhängigkeiten und Anforderungen installiert. Programme, die nicht in der Auswahlliste enthalten sind, können wie gewohnt mit apt install installiert werden.
  2. dietpi-config ist für die Konfiguration von hardwarenahen Einstellungen zuständig und bietet eine Fülle von Optionen. Hier kann man u.a. auswählen, wie das System starten soll – nur mit einem Terminal oder mit der ausgewählten Desktop-Oberfläche (und beispielsweise einem Browser).
  3. dietpi-launcher übernimmt die System-Updates, legt die Startprogramme fest, ist für Backups zuständig und vieles mehr. Außerdem lassen sich hier dietpi-software und dietpi-config direkt aufrufen.
dietpi software
dietpi-software
dietpi-config
dietpi-launcher

So sieht die Startansicht aus, wenn ich per ssh auf den dietpi-raspberry zugreife:

Terminal

Softwareauswahl

Als alter Fan von Raspberrys betreibe ich meist mehrere der Kistchen. Oft dienen sie einem bestimmten Zweck; sie sind Medienserver, VPN-Server, Adblocker, Backup-Server u.a. Der Ansatz, einen Raspberry Pi auf einen Hauptverwendungszweck zu beschränken, hat unzweifelhaft Vorteile. Mit der Zeit kamen mir aber etwas zu viele Geräte zusammen. Schon mit Yunohost habe ich erfolgreich zahlreiche Dienste/Funktionen auf einem Raspi zusammengeführt. DietPi ist sozusagen der nächste Schritt: Neben zahlreichen Serverdiensten und Virtualisierungssoftware wie docker kann man hier auch problemlos einen ressourcenschonenden Desktop (LXDE) und einen Browser installieren.

Das alles funktioniert seit einiger Zeit recht zuverlässig. Ob die Lösung „one for all“ wirklich tragfähig ist, wird sich zeigen. Falls nicht kehre ich einfach zur vorigen Lösung zurück und betreibe wieder mehrere „spezialisierte“ Raspberrys.

Das Heimdall Dashboard gibt mir einen Überblick über per Browser (fern)bedienbare Programme/Dienste und ihre Adressen auf dem Raspberry. Das gleiche erledigt Portainer für installierte Container

Heimdall
Portainer

Normalerweise bediene ich den Raspberry entweder per SSH über ein Terminal oder per Zugriff im Browser meines Chromebooks. Ursprünglich hatte ich auch eine Desktop-Oberfläche und einen Browser eingerichtet. Inzwischen habe ich das allerdings wieder aufgegeben und die entsprechende Software deinstalliert, da die Performance des Browsers unterirdisch war.

Mal sehen, ob es mir gelingt, meinen Raspi-Zoo mit Hilfe von DietPi kleiner werden zu lassen.

Vorläufiges Fazit

DietPi ist eine überzeugende Distribution für den Raspberry Pi, welche durch ihren Bedienkomfort, ihre Flexibilität und ihre ausgezeichnete Dokumentation hervorsticht. So finden sich beispielsweise zu allen per Software-Liste installierbaren Programme ausführliche Hinweise und Tipps in der Online-Dokumentation. Dies ist sehr hilfreich. Ich denke, dass DietPi für viele, die sich mit dem Raspberry Pi auseinandersetzen, einen Versuch wert ist. Insbesondere eignet sich DietPi gut für Menschen, die sich zum ersten Mal auf einen Raspberry Pi einlassen.

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