Yunohost – Heimserver made simple

Viele hätten gerne einen kleinen Heimserver, scheuen aber den damit verbundenen Installations- und Konfigurationsaufwand. Hier kommt das kostenlose Yunohost ins Spiel: Es handelt sich um einen „fertigen“ Server, der recht einfach zum Laufen gebracht werden kann und eine ganze Reihe von Serverdiensten zur Auswahl anbietet, die genau so einfach eingerichtet werden können.

Auf der Seite von Yunohost kann man fertige Installations-Images für PCs und Klein-Computer wie den Raspberry Pi herunterladen. Diese Images haben den Vorteil, dass man sie in einem Rutsch installieren kann; der Nachteil besteht darin, dass es sich nicht um „vollständige“ Betriebssysteme handelt, die beliebig erweitert werden können, und dass sie in der Regel die gesamte Festplatte (oder zumindest eine Partition) für sich beanspruchen. Wer also einen Heimserver mit Yunohost einrichtet, nimmt am besten einen PC/Raspberry Pi dafür und weist ihm keine weiteren Aufgaben zu.

Die Hardwareanforderungen sind nicht besonders hoch, 1 GB RAM und ab 8 GB Festplattenspeicher reichen für nicht allzu große Anforderungen aus. Es darf also gerne ein Raspberry Pi oder ein älterer PC/Laptop sein. Eine Virtualisierung – z.B. mit Virtualbox – ist möglich, wird aber ausdrücklich nur zu Testzwecken empfohlen.

Wer einen Blick auf eine Demoversion von Yunohost werfen will, kann dies bei https://yunohost.org/#/try tun.

Einsatzzweck

Yunohost kann viel, aber nicht alles. Hier eine (unvollständige) Liste wichtiger Einsatzbereiche, für die Yunohost (fast) fertig konfigurierte Ein-Klick-Serveranwendungen anbietet:

  • Mail
  • CMS
  • Medienserver
  • Fotogalerie
  • Backup
  • Social Network
  • Lernplattform
  • Office
  • Cloud
  • VPN

Ich habe auf einem meiner Raspberry Pi folgende Anwendungen am Laufen:

Das obere Bildschirmfoto zeigt die „Startseite“ für die Serveranwendungen, im unteren Bildschirmfoto ist die „Verwaltungsseite“ zu sehen.

Meiner Erfahrung nach ist die Kombination Raspberry Pi/Yunohost durchaus für leichtere Alltagsaufgaben geeignet. Wer täglich gigabitweise Dateien synchronisiert oder riesige Fotosammlungen verwaltet, braucht vermutlich was anderes.

Betrieb

Bei mir hängt ein Raspberry Pi3 inklusive einer 64 GB Speicherkarte mit Yunohost per LAN-Kabel am Router. Um meine (nicht mehr so viele) Daten zwischen meinem Notebook und dem Raspi laufend zu synchronisieren nutze ich Nextcloud und Syncthing. Letzteres hat den Vorteil, sich auf eine Aufgabe – dem Synchronisieren von Dateien – zu konzentrieren. Nextcloud kann sehr viel mehr, nicht jeder braucht das. Als Medienserver setze ich auf Minidlna – äußerst kompakt und sehr einfach zu konfigurieren; das Gegenstück zu Kodi, sozusagen. Meine Fotos verwalte ich mit Piwigo, WordPress habe ich als Spielwiese installiert und Moodle um zu sehen, was heute der Stand dieser Lernplattform – die ich schon 2006 regelmäßig einsetzte – ist. Die VPN-Funktion nutze ich z.Zt. nicht, dafür habe ich einen weiteren Raspberry Pi mit PiVPN im Einsatz.

Ist Yunohost erst einmal fertig eingerichtet kann es komplett im Browser verwaltet werden; auf die Kommandozeile muss man fast nie. Es gibt eine schmucklose funktionale Verwaltungsoberfläche, in der alle wichtigen Einstellungen vorgenommen werden.

Außerdem gibt es die weiter oben abgebildete Ansicht zum Starten der Serverdienste. Praktisch alle Serverdienste werden unter der IP-Adresse des Heimservers im Browser bedient.

Meine Erfahrungen mit Yunohost sind gut. Es ist im besten Sinn unauffällig und verrichtet zuverlässig im Hintergrund seinen Dienst.

Wer einen „kleinen“ Heimserver haben will, dessen Daten das heimische Netz nicht verlassen, und einen alten PC/Laptop/Raspberry Pi übrig hat, kommt mit Yunohost ohne Kosten und großen Aufwand zu einem guten Ergebnis.

Website

Download

Demo

Yunohost Apps

Doku

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