Multi-Boot Stick

Immer noch – wenn auch längst nicht mehr so häufig wie früher – komme ich in Situationen, in denen Rechner einer besonderen „Behandlung“ bedürfen. Das kann daran liegen, dass

  • eine Festplatte Probleme macht,
  • ein Rechner neu aufgesetzt werden soll,
  • eine Partition oder eine ganze Festplatte gesichert und/oder geklont werden muss,
  • Daten nicht mehr zugänglich sind
  • oder der PC irgendwie „spinnt“.

Früher habe ich diverse CDs und DVDs (Knoppix!) hervorgekramt, um den Problemen auf den Leib zu rücken. Heute habe ich alle Software-Werkzeuge auf einem einzigen USB-Stick (32 GB).

Möglich macht dies das kleine Windows-Programm Yumi. Es steht in einer sehr frühen Version auch für Linux zur Verfügung; allerdings gelang es mir nicht, es zu installieren.

YUMI-Boot-MenuProgramme um einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen, gibt es viele und für jedes Betriebssystem. Yumi zeichnet sich dadurch aus, dass es die Erstellung eines Multi-Boot-Sticks mit Auswahlmenü stark vereinfacht.

Vorgehen

  1. Yumi herunterladen. Es handelt sich um eine einzelne ausführbare Datei, die nicht installiert werden muss.
  2. Stick anschließen und den Laufwerksbuchstaben merken. Der Stick muss – zumindest bei Beginn der Arbeit mit Yumi – leer sein. Yumi starten.
    lw-buchstabe
  3. Unter „Step 1“ den Stick auswählen.
    yumi_start
  4. Unter „Step 2“ die zu installierende Software aus dem Menü auswählen.
    select_distro
    Sollte sich die Software noch nicht auf der lokalen Festplatte befinden, kann sie durch einen Klick auf  „Open Download Link“ heruntergeladen werden.
    dload_link
  5. Unter „Step 3“ die heruntergeladene (oder bereits auf der Festplatte vorhandene) iso-Datei auswählen und auf „Create“ klicken. Die Datei wird nun auf den Stick geschrieben.
  6. Gleichzeitig erstellt Yumi ein Auswahlmenü, das bei Start vom Multi-Boot Stick angezeigt wird. Yumi versucht, die unterschiedlichen Distributionen und Programme, sinnvollen Kategorien zuzuordnen.
    YUMI-Boot-Menu
  7. Yumi beenden, den Rechner neu starten und im BIOS „Booten von USB-Stick“ oder so ähnlich auswählen.

Wenn es darum geht, den Multi-Boot Stick mit Software zu „befüllen“, hat man grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder man lädt die gewünschten Distributionen und Tools vorab selbst herunter oder man nutzt das Auswahlmenü von Yumi. Ich bevorzuge die zweite Variante. Yumi bietet in seinem Auswahlmenü eine breite Auswahl an nützlichen Linux-Distributionen, Werkzeugen, Antiviren-Programmen u.a. (Open Source bzw. kostenlos für Privatanwender). Am besten alles von Yumi herunterladen lassen und in einem Verzeichnis mit dem Namen „iso-dateien“ speichern. Danach die Dateien nacheinander auswählen („Step 3“) und auf den Stick schreiben lassen.

Werkzeuge

Das habe ich momentan auf meinem Multi-Boot Stick drauf:

  • Ubuntu als Live-System
  • Knoppix als Live System (besonders vielseitig)
  • DSL (ein besonders kompaktes Linux)
  • Parted Magic (Programme zu Partitionierung, zum Imagen/Klonen usw.)
  • SuperGrub2 (Starten von Betriebssystemen, Wiederherstellung von grub)
  • Rescatux (ähnlich wie SuperGrub 2, leistungsfähiger)
  • Rescue-CD (Notfallsystem)
  • Antiviren-Programme
  • Win 7 und Win 8-Isos (zum Installieren von Windows)
  • wichtige Daten
  • Update Mai 2014: Desinfec’t 2014 (liegt der c’t 12/2014 als DVD bei)

Bei einem 32-GB Stick bleibt noch jede Menge Platz. Die Auswahl der Werkzeuge hängt mit den Computerproblemen zusammen, die mir im Alltag am häufigsten begegnen bzw. begegnet sind.

Oft geht es darum, ohne Datenverlust neu zu partitionieren, Partitionen zu verkleinern oder zu vergrößern (die Windows-Partition ist immer zu klein …) oder Partitionen zu verschieben. Dafür ist Parted Magic ideal. Knoppix ist so eine Art Schweizer Taschenmesser für Computerprobleme aller Art. Will ein PC, auf dem der Bootloader grub 2 ist, nicht mehr starten – z.B. weil Windows grub überschrieben hat – sind Supergrub 2 oder Rescatux die Werkzeuge der Wahl.

Viele weitere Einsatzszenarien für den Multi-Boot Stick sind denkbar.

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