WLAN-Reichweite verbessern mit Powerline und Mini-Router

In meiner zweigeschossigen Wohnung habe ich einen 250Mbps-Kabelzugang von Unitymedia/Vodafone und einen vom Provider gestellten Connect Box Router. Der WLAN-Router deckt die große Wohnung ganz gut ab. Allerdings ist die Geschwindigkeit im Untergeschoß nicht besonders hoch.

Ich hatte bereits versucht, die Anbindung im Untergeschoß mit Hilfe eines WLAN-Access Points zu verbessern. Das klappte zwar, stellte mich aber nicht zufrieden. Deshalb bestellte ich ein Powerline 1200 Set von Netgear. Da ich bereits einen Mini-Router von TP-Link hatte, wählte ich die Variante ohne WLAN. Wichtig: Der Mini-Router deckt sowohl den 2,4 als auch den 5 GHz Bereich ab und überträgt im 5 GHz-Bereich brutto max. 433 Mbit/s. Außerdem ist er sehr praktisch als Router für unterwegs.

Powerline anschließen

Der Anschluß der Powerline-Adapter ist denkbar einfach. Der erste Adapter wird mit einen LAN-Kabel mit dem Router (bei mir die Connect Box) verbunden und in eine freie Steckdose in der Nähe gesteckt; der zweite Adapter kommt (bei mir) in eine Steckdose im Untergeschoß und wird mit einem LAN-Kabel mit dem Mini-Router verbunden, der als AP fungieren soll. Mehr ist von Seiten der Powerline Adapter nicht zu erledigen.

Router als AP einrichten

Der TP-Link Router kommt mit einer Kurzanleitung, welche den Einsatz im Access Point Mode recht anschaulich erläutert:

  • Den kleinen Schalter auf „AP“ schieben,
  • ein LAN-Kabel anschließen und mit dem Powerline Adapter verbinden,
  • ein Smartphone/Laptop/PC per WLAN mit dem Mini Router/SSID verbinden (2,4 oder 5 GHz auswählen),
  • im Browser zu http://tplinkwifi.net gehen, einloggen, auf „Quick Setup“ klicken und den Anweisungen folgen.

Jetzt sollte alles eingerichtet sein. Zum Testen das Smartphone usw. mit dem WLAN/SSID des Mini-Routers verbinden und die Geschwindigkeit testen.

Kleiner Exkurs: Speed

Mein Vertrag lässt theoretisch maximal 250Mbit/s zu; trotzdem kommen direkt am Modem (Connect Box) manchmal bis zu 280 Mbit/s an. Bei meinen per WLAN angebundenen Geräten sieht das ganz anders aus. Im 5 GHz-Bereich kommen in der Nähe der Connect Box bis zu 250 Mbit/s an, im (tendenziell überlasteten) 2,4 GHz-Bereich deutlich weniger – so etwa 40 – 60 Mbit/s. Und immer spielt die Empfangsqualität des Geräts eine Rolle: Erreicht ein iPhone im 5 GHz-Bereich bis zu 250 Mbit/s, so geht dieser Wert auf meinem Motorola G6 manchmal bis auf 40 Mbit/s herunter.

Daraus ergeben sich drei wichtige Dinge: Brutto ist nicht Netto, es kommt auf die Empfangsqualität des Smartphones/Laptops/PC an und auf die örtlichen Gegebenheiten, z.B. wie „voll“ der 2,4 GHz-Bereich ist.

Ergebnis

Ohne die Kombination aus Powerline-Adapter und WLAN-AP hatte ich im Untergeschoß meist 20 Mbit/s oder weniger bei relativ schwachem Empfang im 5 GHz-Bereich.

Verbinde ich einen Laptop per LAN-Kabel direkt mit dem Powerline-Adapter kommen bis zu 180 Mbit/s an. Verbinde ich meine Smartphones per WLAN mit dem am Powerline-Adapter hängenden Mini-Router kommen im 2,4 GHz-Bereich je nach Gerät zwischen 20 und 40 Mbit/s und im 5GHz-Bereich zwischen 50 und 70 Mbit/s an.

Damit kann ich leben. Gekostet hat mich das Ganze € 70 für die beiden Powerline-Adapter (und € 30 für den Mini-Router, den ich schon früher gekauft hatte).

Allgemein gültige Aussagen sind schwer zu treffen. Es kann z.B. durchaus sein, dass die Stromleitung nicht „gut“ genug für Powerline ist. Dann kommt wohl eher ein WLAN-Repeater oder ein WLAN-Mesh System in Frage. Wer bereit ist, mehr Geld auszugeben, kann leistungsfähigere Powerline-Adapter und schnellere WLAN-Router/AP kaufen. Und wer keinen Router übrig hat, sollte ein Powerline-Set mit WLAN-Funktionalität nehmen.

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